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Dünn drüber

Dünn drüber?
Warum Baden-Württembergs Dachdecker die Dachbeschichtungen
besonders kritisch sehen

„Wird ein rundum verrostetes Auto wieder verkehrssicher und bekommt es die begehrte TÜV-Plakette nach einer Neulackierung?“, fragt Dipl.-Ing. (FH) Eva Meisel vom Landesinnungsverband des Dachdeckerhandwerks Baden-Württemberg. Und damit beantwortet sie eigentlich auch schon die Frage nach dem Sinn (oder Unsinn) von nachträglichen Dachbeschichtungen. „Eine nachträgliche Beschichtung ist keine Alternative zur Neueindeckung“. Und sie verrät auch gleich, warum:

Vor der Dachbeschichtung wird die Dachfläche meist mit Hochdruckreinigern von Schmutzresten gesäubert. Meist übernehmen diese „Dachreinigung“ keine ausgebildeten Dachdecker. Daher kann es schon beim unsachgemäßen Betreten der Dachfläche zu Beschädigungen kommen. Darüber hinaus werden Unfallverhütungsvorschriften meist nicht erfüllt. Dazu gehören bei Absturzhöhen von mehr als 2 m und einer Arbeitsdauer ab zwei Tagen das Stellen eines Gerüsts nach den gesetzlichen Anforderungen. Auf „sehr dünnes Eis“ begibt sich, wer ein asbestzementhaltiges Dach beschichten lässt. Denn jede Bearbeitung solcher asbesthaltigen Baustoffe ist gesetzlich verboten und stellt sogar eine Straftat dar.

Die Reinigung der Dachfläche erreicht natürlich nicht die überdeckten Bereiche der Dachziegel oder Dachsteine. Im schlimmsten Fall kann der harte Druck des Hochdruckreinigers sogar die Unterdeckung beschädigen. Nun wird das Dach meist durch Aufsprühen „beschichtet“. Da jedes Dach aber unter Witterungseinflüssen wie Temperaturschwankungen, Windsog etc. „arbeitet“, kann es zu feinsten Haarrissen in der Beschichtung kommen. Dringt in diese Risse Feuchtigkeit ein, kann es schon nach kurzer Zeit zu Abblätterungen der Beschichtung kommen.

„Grundsätzlich wird kein einziger Bedachungselemente-Hersteller seine Produkte für eine nachträgliche Beschichtung freigeben“, klärt Eva Meisel auf. „Denn damit würden möglicherweise auch zugesagte und garantierte Produkteigenschaften negativ beeinflusst“.

Übrigens sollte eine Dachbeschichtung nicht mit einer farbigen Engobe oder Edelengobe, wie sie von vielen Dachziegelherstellern ab Werk angeboten wird, verwechselt werden. Hier werden meist mineralische Farbpigmente vor dem Brennen des Ziegels aufgebracht. Die Edelengobe ist die hochglänzende „glasierte“ Version der Engobe. Bei Betondachsteinen erfolgt vor dem Härten des Betons in Wärmekammern eine Durchfärbung mit Farbpigmenten.

Meisels Fazit: „Dachbeschichtungen sind teure Kosmetik, die eine nach Jahren oder Jahrzehnten fällige Neueindeckung nicht ersetzen können“.

Mehr Infos und Adressen qualifizierter Dachdeckerbetriebe gibt es bei der Dachdecker-Innung

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