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Leise rieselt die Gefahr…
Wenn die weiße Pracht zur Last wird
Des einen Freud’, des anderen Leid: Kinder freuen sich über Schnee – und Hausbesitzern kann die Schneepracht zur Belastung werden. Nicht nur, weil sie die Gehwege frei halten müssen.
Je nach Bauordnung sind auf dem Dach Schneefangsysteme vorgeschrieben. Und die sind umso wichtiger, je steiler das Dach und je schlechter die Wärmedämmung im Dachbereich ist. „Eine nicht optimale Dämmung des Daches lässt den Schnee schnell ins Rutschen kommen“, erklärt der Experte des Dachdeckerhandwerks Baden-Württemberg dazu. Deshalb ist es wichtig, auch das Schneefangsystem im Rahmen der regelmäßigen Dachwartung einer Überprüfung durch den Dachdecker-Fachbetrieb unterziehen zu lassen.
Aber auch in weniger schneereichen Regionen droht dem Hausbesitzer Gefahr, wenn er sein Dach nicht pflegen lässt. Eine schlechte Dämmung lässt auch geringe Schneemengen schnell abtauen. Ist dann zusätzlich durch Laubreste die ordnungsgemäße Wasserabführung der Dachrinnen und Fallrohre eingeschränkt, ist der Schaden vorprogrammiert. Entweder wird das Tauwasser unkon-trolliert über angrenzende Bauteile wie die Wand abgeleitet bzw. durch Rückstau ins Dachinnere eingeleitet. Oder es kommt zur Eiszapfenbildung an der Unterseite der Dachrinnen. Auch eilends aufgestellte Warnschilder entbinden den Hausbesitzer dann nicht von der Haftung, wenn so eine Eisbarriere Autos beschädigt oder Menschen verletzt. Darüber hinaus kann eine permanent tropfende Dachrinne in Frostnächsten zur gefährlichen Eisbildung auf dem Gehweg führen.
Ein ganz anderes Winterproblem zeigte sich vor wenigen Jahren drastisch: Die Gefahr durch Schneelast. Deshalb wurde in Zusammenarbeit mit dem Dachdeckerhandwerk in Deutschland eine Karte der Schneelastzonen nach DIN 1055-5E:2004 erarbeitet, die verbindlicher Maßstab für die Dachunterkonstruktion und Dacheindeckung sowie even-tuell erforderliche Zusatzmaßnahmen ist.
Wie Wetterkapriolen der Vergangenheit zeigen, bleiben auch der Norden und Westen Deutschlands nicht von teils heftigen Schneefällen verschont. Wird die Schneelast - gerade bei sehr nassem Schnee – zu groß, bleibt nur noch die fachgerechte Räumung der Dachfläche übrig. Doch das ist weder eine Freizeitbeschäftigung für Laien noch für engagierte freiwillige unerfahrene Helfer. Selbst vermeintlich gute Absturzsicherungen haben sich in der Vergangenheit als trügerisch erwiesen. Deshalb: Die Schneeräumung des Daches sollte ausschließlich dem erfahrenen Dachdecker überlassen werden.
Wer die schönen Seiten des Winters genießen will, sollte also rechtzeitig sein Dach auf die kalte Jahreszeit einrichten und stets nach den Fachregeln des Dachdeckerhandwerks erstellen, reparieren, sanieren und warten lassen.
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