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Dachschaden vorprogrammiert

Die Statistiken von Meteorologen und Versicherungen weisen alarmierende Übereinstimmungen aus: Die Zahl der Unwetter nimmt drastisch zu und mit ihnen wachsen die Schadenssummen. Doch gerade bei Schäden am Dach könnte die Bilanz nach jedem Unwetter weitaus besser aussehen – gäbe es mehr „Dach-Bewusstsein“ bei Häusle-bauern, Hausbesitzern und Hausverwaltungen.

Dach-Experten haben nach dem Jahrhundertsturm „Lo-thar“ Art und Umfang von Dachschäden analysiert. Von rund 27.000 untersuchten Schadensfällen in einer Region waren nur 3,6% aller Schäden im Bereich von über 5.000 €. Drei von vier Sturmschäden bewegten sich in einem Be-reich bis 2.500 €.

„Der überwiegende Teil dieser Bagatellschäden wäre schon durch eine regelmäßige Wartung der Dächer ver-meidbar“, ist sich der Landesinnungsverband des Dach-deckerhandwerks Baden-Württemberg sicher. Im Rahmen einer solchen Dachwartung können kleinere Schäden, die oft Ursache für erhebliche Folgeschäden bei einem Unwet-ter sind, rechtzeitig erkannt und beseitigt werden. Dazu gehören z. B. gelockerte Elemente der Dacheindeckung, die dem Sturm erst eine Angriffsfläche bieten.

Entgegen der weit verbreiteten Meinung entstehen die meisten Sturmschäden nicht durch den Winddruck son-dern durch Windsog auf der dem Sturm abgewandten Dachseite. Zu den am meisten gefährdeten Bereichen ge-hören dabei First und Ortgang. Deshalb müssen bereits bei der Dacheindeckung vorbeugende Maßnahmen – entspre-chend den Fachregeln des Dachdeckerhandwerks - ergrif-fen werden. Abhängig von der so genannten Windzone und der Gebäudehöhe sowie der Umgebung des Gebäudes muss die Eindeckung gesichert werden. Dies kann u. a. durch eine Befestigung der Ziegel und Dachpfannen mit Sturmklammern geschehen.

Unwetterschäden können auch durch Regen entstehen, wenn eine für die Dachneigung ungeeignete Eindeckung oder eine fehlerhafte Überdeckung der einzelnen Elemente vorhanden sind. Besonders wichtig ist auch eine zuverläs-sige Unterdeckung, die eindringendes Regenwasser sicher unter der eigentlichen Dacheindeckung ableitet.

Mit der von vielen Baumärkten oder Hobby-Ratgebern an-gepriesenen „Muskel-Hypothek“ bei der Eindeckung des Daches sind Unwetterschäden geradezu vorprogrammiert, da dem Heimwerker die Erfahrung des Dachdeckers fehlt.

Daher die Tipps der Dach-Fachleute des Dachdecker-handwerks Baden-Württemberg: 1. Alle Arbeiten am Dach sollten nur an qualifizierte Fachbetriebe vergeben werden – für Heimwerker ist das Dach „Tabu-Zone“. 2. Das Dach sollte regelmäßig, d. h. mindestens einmal jährlich, durch Fachbetriebe gewartet werden, wie es übrigens auch ein Urteil des Bundesgerichtshofs vorsieht. 3. Kommt es den-noch zu einem Unwetterschaden, sollte der Auftrag zur Schadensbeseitigung niemals an mobile Handwerkerko-lonnen, die jedem Unwetter folgen, vergeben werden. Wer sicher sein will, dass die Reparatur sorgfältig und zu einem angemessenen Preis (nur den erstattet später auch die Ge-bäudeversicherung) ausgeführt wird, sollte sich aus-schließlich an qualifizierte Dachdecker-Fachbetriebe wen-den

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